Tschüss auf Arabisch: maʿa s-salāma und was man wirklich sagt
Kurz gesagt Tschüss auf Arabisch heißt „maʿa s-salāma“ (مع السلامة), wörtlich „mit der Unversehrtheit“, und wird in jedem arabischsprachigen Land verstanden. Die Antwort lautet „allāh yisallimak“ (zu einem Mann) oder „allāh yisallimik“ (zu einer Frau), „Gott beschütze dich“, oft sagt man auch einfach „maʿa s-salāma“ zurück. „Ilā l-liqāʾ“ (إلى اللقاء) ist das förmliche „Auf Wiedersehen“ aus Nachrichten und Unterricht, „wadāʿan“ (وداعًا) ein endgültiges „Lebewohl“, das du im Alltag nicht sagst.
Wer „tschüss auf arabisch“ sucht, findet meistens ein Wort, eine Umschrift und fertig. Im echten Leben reicht das nicht. Denn ein arabischer Abschied ist selten ein einzelnes Wort: Wer geht, sagt oft etwas anderes als der, der bleibt, auf deinen Gruß kommt eine Antwort, und zwischen dem ersten „ich muss los“ und der Haustür liegen nicht selten ein paar Minuten.
Dazu kommt die Frage, welcher Abschied in welche Situation passt. Übersetzungs-Apps geben für „Auf Wiedersehen“ gern „wadāʿan“ aus. Das ist korrekt übersetzt und trotzdem falsch, wenn du es zum Bäcker sagst. Wir zeigen dir hier, was man im Alltag wirklich sagt, was förmlich klingt und was nach Abschied für immer, dazu die Varianten in Ägypten, der Levante, am Golf und in Marokko und die Etikette, die in keiner Vokabelliste steht.
Zur Umschrift: ʿ steht für das ʿAyn, einen gepressten Laut aus der Kehle, „kh“ für das „ch“ aus „Bach“, ṭ und ṣ für dunkle, „schwere“ Varianten von t und s. Ein Strich über dem Vokal (ā, ī, ū) bedeutet, dass er lang ist.
Tschüss auf Arabisch: maʿa s-salāma und die Antwort
Maʿa s-salāma (مع السلامة)
Bedeutung: „mit der Unversehrtheit“, gemeint ist: Geh in Frieden und komm gut an. Gebrauch: überall, zu jeder Tageszeit, zu einer Person oder zu einer Gruppe.
Das ist das universelle Tschüss. Du kannst es im Laden sagen, am Telefon, zu Kollegen und zur Schwiegermutter. Es ist nie zu locker und nie zu steif. Wenn du dir aus diesem Artikel nur einen Ausdruck merkst, dann diesen.
Die Aussprache verschiebt sich je nach Region ein wenig. In Ägypten wird es oft zu „ma-ssalāma“ verschliffen, in der Levante hörst du „maʿ is-salāme“, mit einem e am Ende. Geschrieben ist es überall dasselbe.
Allāh yisallimak (الله يسلمك)
Bedeutung: „Gott beschütze dich.“ Gebrauch: die klassische Antwort auf „maʿa s-salāma“.
Die Endung richtet sich nach der Person, zu der du sprichst: „allāh yisallimak“ zu einem Mann, „allāh yisallimik“ zu einer Frau, „allāh yisallimkum“ zu mehreren. Wer das richtig macht, fällt sofort positiv auf, weil viele Lernende nur die Männerform kennen.
Du musst die Antwort aber nicht zwingend benutzen. Sehr oft gibt der andere einfach „maʿa s-salāma“ zurück, und das ist völlig in Ordnung. Ein kurzer Wechsel sieht also so aus:
- A: „Maʿa s-salāma!“
- B: „Allāh yisallimak!“ oder einfach „Maʿa s-salāma!“
Wie die Gegenseite funktioniert, also die Grüße beim Ankommen, steht in unserem Leitfaden Begrüßung auf Arabisch.
Auf Wiedersehen auf Arabisch: förmlich, alltäglich, endgültig
Im Deutschen gibt es „Tschüss“, „Auf Wiedersehen“ und „Lebewohl“, und jeder spürt den Unterschied. Im Arabischen ist es genauso, nur dass Wörterbücher die drei gern durcheinanderwerfen.
Alltag: maʿa s-salāma
Für fast alle Situationen, vom Kiosk bis zum Familienbesuch, ist „maʿa s-salāma“ die richtige Wahl. Es deckt unser „Tschüss“ und unser „Auf Wiedersehen“ gleichzeitig ab.
Förmlich: ilā l-liqāʾ (إلى اللقاء)
Bedeutung: „bis zum Wiedersehen.“ Das ist Hocharabisch. Du hörst es am Ende von Nachrichtensendungen, im Fernsehen und im Unterricht. Im Gespräch auf der Straße sagt es kaum jemand. Wer „ilā l-liqāʾ“ zum Taxifahrer sagt, wird verstanden, klingt aber wie ein Lehrbuch. Warum das Hocharabische im Alltag kaum jemand spricht, erklären wir in Was ist Hocharabisch?
Endgültig: wadāʿan (وداعًا)
Bedeutung: „Lebewohl.“ Das ist der Abschied für immer, der Abschied aus Liedern und Gedichten, bei dem jemand nicht zurückkommt. Im Alltag ist es fehl am Platz. Wenn du es nach dem Abendessen zu deinen Gastgebern sagst, klingt das, als würdest du auswandern oder die Freundschaft beenden.
Die Faustregel: Im Zweifel immer „maʿa s-salāma“. Damit liegst du nie daneben.
Wer geht, sagt etwas anderes: bkhāṭrak und ʿan iznak
Hier liegt der Teil, den fast alle Listen übersehen. Im Arabischen ist ein Abschied oft verteilt: Die Person, die geht, sagt eine Formel, und die Person, die bleibt, antwortet mit einer anderen.
Bkhāṭrak (بخاطرك) in der Levante
In Syrien, im Libanon, in Jordanien und Palästina sagt die Person, die aufbricht, „bkhāṭrak“, sinngemäß „mit deiner Erlaubnis“. Zu einer Frau heißt es „bkhāṭrik“, zu einer Gruppe „bkhāṭirkon“. Du bittest damit symbolisch darum, gehen zu dürfen. Der Bleibende antwortet: „maʿ is-salāme“.
- Du (gehst): „Yalla, bkhāṭrak!“
- Dein Freund (bleibt): „Maʿ is-salāme!“
Wer das umdreht und als Gehender „maʿ is-salāme“ sagt, wird trotzdem verstanden. Aber wer die Rollen richtig verteilt, klingt nach jemandem, der den Dialekt im Ohr hat. Mehr zum Levantinischen findest du in Syrisch-Arabisch lernen.
ʿAn iznak (عن إذنك)
Bedeutung: „mit deiner Erlaubnis“, zu einer Frau „ʿan iznik“. In Ägypten und der Levante sehr gebräuchlich, wenn du einen Raum, einen Tisch oder ein Gespräch verlässt. Es ist kein Tschüss im engen Sinn, sondern das höfliche Signal davor: Ich gehe jetzt, wenn du erlaubst. Danach folgt dann „maʿa s-salāma“.
Tschüss in den Dialekten
„Maʿa s-salāma“ funktioniert überall. Daneben hat jede Region ihren eigenen, lockereren Abschied, und den solltest du zumindest erkennen.
Ägyptisch
In Kairo hörst du neben „ma-ssalāma“ ständig ein knappes „salām“ (سلام), beim Aufbrechen gern als „yalla, salām“ (يلا سلام). Wer sich bald wiedersehen will, sagt „ashūfak baʿdēn“ (أشوفك بعدين), „wir sehen uns später“, zu einer Frau „ashūfik baʿdēn“. Dazu kommt „allāh maʿāk“ (الله معاك), „Gott sei mit dir“. Wie der Kairoer Dialekt sonst funktioniert, steht in Ägyptisch-Arabisch lernen.
Levantinisch
Neben „bkhāṭrak“ und „maʿ is-salāme“ hörst du „bshūfak“ (بشوفك), „wir sehen uns“, und „mnitshāwaf“ (منتشاوف), ebenfalls „wir sehen uns“. In Beirut mischen viele Arabisch mit Englisch und Französisch: „yalla bye“, „bye-bye“ und „ciao“ gehören zum Alltag. Das ist kein schlechtes Arabisch, so reden die Leute dort wirklich.
Golf-Arabisch
Am Golf ist „maʿa s-salāma“ der Standard. Dazu kommt „fī amān illāh“ (في أمان الله), „in Gottes Schutz“. Diese Formel hörst du auch in vielen anderen Ländern, besonders von Älteren und gläubigen Menschen. Sie ist warm, ein wenig feierlicher als ein schlichtes Tschüss und passt gut, wenn jemand eine Reise antritt.
Marokkanisch (Darija)
In Marokko sagt man „bslāma“ (بسلامة), die kurze Darija-Form von „maʿa s-salāma“. Du hörst sie auch in Algerien und Tunesien. Für „wir sehen uns“ gibt es „nshūfek“ (نشوفك) und „ntshāwfu“ (نتشاوفو). Warum Darija so anders klingt als die östlichen Dialekte, erklärt unser Leitfaden Marokkanisch lernen. Wenn du wissen willst, wie ein bestimmter Abschiedssatz in einem anderen Dialekt lautet, probier unseren Arabisch-Dialekt-Übersetzer.
Abschied mit Segenswunsch und am Abend
Viele arabische Abschiede wünschen dem anderen etwas mit auf den Weg. Zwei davon begegnen dir besonders oft:
- „Allāh maʿak“ (الله معك): „Gott sei mit dir.“ In der Levante und in Ägypten gebräuchlich, in Ägypten als „allāh maʿāk“ ausgesprochen. Freundlich und ein bisschen herzlicher als ein knappes Tschüss.
- „Fī amān illāh“ (في أمان الله): „in Gottes Schutz.“ Passt besonders, wenn jemand weit fährt.
Diese Formeln sind Alltagssprache. Sie werden von Menschen unterschiedlichen Glaubens benutzt, und du kannst sie auch als Nichtmuslim ohne Bedenken erwidern. Wenn du dich damit unwohl fühlst, bleibst du einfach bei „maʿa s-salāma“.
Am Abend ändert sich der Abschied. Wer abends geht oder schlafen geht, sagt „tesbaḥ ʿala kheir“ (تصبح على خير), sinngemäß „mögest du im Guten aufwachen“. Wichtig: „masāʾ al-khayr“ ist ein Gruß beim Ankommen, kein Abschied. Wie die Formel zu einer Frau und zu mehreren lautet und was man darauf antwortet, steht in unserem Artikel Gute Nacht auf Arabisch.
Etikette: ein arabischer Abschied dauert länger
Die Wörter sind die eine Hälfte. Die andere ist, wie ein Abschied abläuft, und da unterscheidet sich der arabische Alltag deutlich vom deutschen.
- Kündige deinen Aufbruch an. Ein plötzliches Aufstehen und Gehen wirkt kühl. Sag erst, dass du bald los musst, und bitte dann um Erlaubnis: „bkhāṭrak“ in der Levante, „ʿan iznak“ in Ägypten.
- Rechne mit mehreren Runden. Mehrere Formeln hintereinander sind normal: „maʿa s-salāma“, „allāh maʿak“, „salām“. Das ist kein Zögern, sondern Höflichkeit. Antworte einfach jedes Mal freundlich.
- Lass dich zur Tür bringen. Gastgeber begleiten Gäste oft bis zur Tür. Wehre das nicht ab, das gehört dazu.
- Verabschiede dich von allen. Nicht nur von der Person, die du am besten kennst, und ältere Menschen wenn möglich zuerst.
- Achte aufs Geschlecht. „Allāh yisallimak“ oder „yisallimik“, „bkhāṭrak“ oder „bkhāṭrik“: Wer die Endung trifft, zeigt, dass er zuhört.
Als Faustregel: Plane für den Abschied aus einer arabischen Familie lieber etwas mehr Zeit ein, als du es von einem deutschen Abendessen gewohnt bist.
Aussprache: so klingt dein maʿa s-salāma echt
Drei Stellen entscheiden, ob dein Abschied nach Lehrbuch oder nach Alltag klingt:
- Das ʿ in „maʿa“: Das ʿAyn ist der Laut, den das Deutsche nicht hat. Stell dir vor, du beginnst ein „a“ mit leicht zugedrücktem Rachen. Am Anfang versteht man dich auch ohne, aber es lohnt sich, den Laut früh zu üben.
- Das kh in „bkhāṭrak“: Das ist exakt das „ch“ aus „Bach“. Hier hast du als Deutschsprachiger einen echten Vorsprung. Achte nur darauf, dass es nicht zum „ch“ aus „ich“ wird.
- Das ṭ in „bkhāṭrak“: ein dunkles, schweres t. Zieh die Zunge etwas nach hinten, dann klingt auch das a davor tiefer.
Und das „s-s“ in „maʿa s-salāma“: Der Artikel „al“ wird an das s angeglichen, deshalb sprichst du ein langes, doppeltes s. Das ist keine Ausnahme, sondern eine feste Regel bei bestimmten Anfangsbuchstaben.
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Häufige Fragen
Was heißt Tschüss auf Arabisch?
Tschüss heißt auf Arabisch „maʿa s-salāma“ (مع السلامة), wörtlich „mit der Unversehrtheit“. Es wird in jedem arabischsprachigen Land verstanden und passt zu jeder Situation. In Ägypten klingt es wie „ma-ssalāma“, in der Levante wie „maʿ is-salāme“, in Marokko sagt man kurz „bslāma“.
Was heißt Auf Wiedersehen auf Arabisch?
Im Alltag sagt man auch für „Auf Wiedersehen“ einfach „maʿa s-salāma“. Das förmliche Hocharabisch „ilā l-liqāʾ“ (إلى اللقاء), „bis zum Wiedersehen“, hörst du vor allem in Nachrichten und im Unterricht. „Wadāʿan“ (وداعًا) bedeutet „Lebewohl“ und ist ein Abschied für immer.
Was antwortet man auf maʿa s-salāma?
Die klassische Antwort ist „allāh yisallimak“ (zu einem Mann), „allāh yisallimik“ (zu einer Frau) oder „allāh yisallimkum“ (zu mehreren), „Gott beschütze dich“. Oft gibt man auch einfach „maʿa s-salāma“ zurück.
Was bedeutet bkhāṭrak?
„Bkhāṭrak“ (بخاطرك) heißt sinngemäß „mit deiner Erlaubnis“ und ist der levantinische Abschied der Person, die geht. Zu einer Frau sagt man „bkhāṭrik“, zu einer Gruppe „bkhāṭirkon“. Der Bleibende antwortet mit „maʿ is-salāme“.
Wie sagt man Tschüss auf Marokkanisch?
Auf Darija sagt man „bslāma“ (بسلامة), die kurze Form von „maʿa s-salāma“. Für „wir sehen uns“ hörst du „nshūfek“ oder „ntshāwfu“. „Bslāma“ ist auch in Algerien und Tunesien verbreitet.
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