Arabisches Alphabet: alle 28 Buchstaben mit Aussprache für Deutsche
Kurz gesagt Das arabische Alphabet hat 28 Buchstaben, die von rechts nach links geschrieben werden und je nach Position im Wort bis zu vier Formen haben. Kurze Vokale haben keine eigenen Buchstaben, sie stehen höchstens als kleine Zeichen über oder unter der Zeile. Die meisten Laute kennst du aus dem Deutschen; wirklich neu sind vor allem ع, ح, ق, die emphatischen ص ض ط ظ sowie ث und ذ, die wie das englische „th“ klingen.
Wer nach dem arabischen Alphabet sucht, will meistens zwei Dinge: alle Buchstaben auf einen Blick sehen und wissen, wie man sie ausspricht. Die Tabelle unten zeigt alle 28 arabischen Buchstaben mit Name, Laut und deutschem Vergleich, danach gehen wir die schwierigen Laute Schritt für Schritt durch.
Ein Vorteil für Deutschsprachige: Das „ch“ aus „Bach“, das gerollte r aus Bayern und den Knacklaut zwischen „be-achten“ sprichst du längst. Ein paar Gewohnheiten aus dem Deutschen stehen dir aber auch im Weg, etwa das deutsche w und z.
Wenn du vor allem lesen lernen willst, also Buchstabengruppen, Vokalzeichen und einen Lernplan, ist unser Artikel Arabisch lesen lernen der bessere Start. Dieser Artikel ist das Nachschlagewerk für die Buchstaben selbst und ihre Aussprache.
Das arabische Alphabet auf einen Blick
- 28 Buchstaben. Alle sind Konsonanten, drei davon (ا, و, ي) stehen zusätzlich für die langen Vokale a, u und i.
- Von rechts nach links. Nur Zahlen liest man von links nach rechts.
- Keine Groß- und Kleinbuchstaben. Dafür ändert sich die Form je nachdem, ob der Buchstabe allein, am Anfang, in der Mitte oder am Ende eines Wortes steht.
- Kurze Vokale werden meist nicht geschrieben. In Lernbüchern und im Koran stehen sie als kleine Zeichen, im Alltag fehlen sie.
- Ein paar Zusatzzeichen. Das Hamza ء (der Knacklaut) und das Ta marbuta ة am Ende weiblicher Wörter gehören zur Schrift, werden aber nicht zu den 28 Buchstaben gezählt.
Arabisches Alphabet mit Aussprache: alle 28 Buchstaben
Die Tabelle folgt der üblichen arabischen Reihenfolge. In der Spalte „Laut“ steht, was du sprichst, in der letzten Spalte der nächste Vergleich aus dem Deutschen. Die Aussprache ist die des Hocharabischen (MSA); wie die Dialekte abweichen, steht weiter unten.
| Buchstabe | Name | Laut | wie im Deutschen |
|---|---|---|---|
| ا | Alif | langes a; Träger für Hamza | wie das a in „Vater“ |
| ب | Ba | b | wie in „Ball“ |
| ت | Ta | t | wie in „Tal“ |
| ث | Tha | stimmloses th | wie im englischen „think“, im Deutschen nicht vorhanden |
| ج | Dschim | dsch | wie in „Dschungel“; in Kairo hartes g wie in „gut“ |
| ح | Ḥa | scharf gehauchtes ḥ | kein deutscher Laut: gepresstes h aus der Kehle |
| خ | Cha | ch | wie in „ach“ und „Bach“ |
| د | Dal | d | wie in „Dach“, auch am Wortende stimmhaft |
| ذ | Dhal | stimmhaftes th | wie im englischen „this“ |
| ر | Ra | gerolltes Zungen-r | wie das bayerische oder italienische r |
| ز | Zay | stimmhaftes s | wie das s in „Sonne“, nicht wie das deutsche z |
| س | Sin | stimmloses s | wie das ss in „Wasser“ |
| ش | Schin | sch | wie in „Schule“ |
| ص | Ṣad | emphatisches s | dunkles, „schweres“ s, kein deutscher Laut |
| ض | Ḍad | emphatisches d | dunkles d, kein deutscher Laut |
| ط | Ṭa | emphatisches t | dunkles t, kein deutscher Laut |
| ظ | Ẓa | emphatisches dh | dunkles englisches „this“-th |
| ع | Ain | stimmhafter Kehllaut ʿ | kein deutscher Laut |
| غ | Ghain | Reibe-r gh | ähnlich dem Rachen-r in „Rabe“ |
| ف | Fa | f | wie in „Fisch“ |
| ق | Qaf | q, ein k tief im Rachen | kein deutscher Laut: k ganz hinten |
| ك | Kaf | k | wie in „Kind“ |
| ل | Lam | l | wie in „Licht“ |
| م | Mim | m | wie in „Mutter“ |
| ن | Nun | n | wie in „Name“ |
| ه | Ha | h | wie in „Haus“, auch am Wortende hörbar |
| و | Waw | w oder langes u | w wie im englischen „water“, nicht wie das deutsche w; langes u wie in „gut“ |
| ي | Ya | j oder langes i | j wie in „ja“; langes i wie in „Liebe“ |
Zwei Hinweise, damit dich die Umschrift nicht in die Irre führt. Erstens: Ein „z“ in arabischer Umschrift ist immer ein weiches, stimmhaftes s wie in „Sonne“, nie das deutsche „ts“. Zweitens: Ein „w“ ist das englische w aus „water“, mit gerundeten Lippen, nicht das deutsche w, das eigentlich ein v ist.
Dazu kommt eine typisch deutsche Gewohnheit: die Auslautverhärtung. Im Deutschen wird aus „Rad“ am Ende „Rat“. Im Arabischen bleiben د, ز, ذ und ب auch am Wortende stimmhaft. Ein ز am Ende ist also ein weiches s, kein scharfes.
Arabische Aussprache: die schwierigen Laute Schritt für Schritt
Für die folgenden Buchstaben lohnt es sich, täglich ein paar Minuten laut zu üben, am besten mit Wortpaaren, die sich nur in diesem einen Laut unterscheiden, denn dann merkst du, dass es um Bedeutung geht und nicht um einen Akzent.
خ und غ: die leichten Kehllaute
خ ist das „ch“ aus „ach“ und „Bach“, nie das weiche „ch“ aus „ich“. خير (khayr, gut) sprichst du also mit einem kräftigen ach-Laut. غ ist derselbe Laut mit Stimme. Sag „ach“, halte die Zunge, wo sie ist, und lass die Stimmbänder mitschwingen: Heraus kommt ein Reibe-r, ähnlich dem deutschen Rachen-r in „Rabe“.
ح: das gepresste h
ح ist kein deutsches h. Für das h in „Haus“ gibt es ه. Für ح spannst du die Muskeln in der Mitte des Halses an und presst die Luft hindurch, ohne zu kratzen wie bei خ. So geht es Schritt für Schritt:
- Hauch auf eine Brille, um sie zu putzen. Das ist fast ein normales h.
- Mach dasselbe, aber verenge den Hals, als hättest du etwas sehr Scharfes gegessen.
- Der Laut wird enger und rauer, aber ohne Reibung am Gaumen. Das ist ح.
Der Unterschied ist bedeutungstragend: حرم (ḥaram) ist ein heiliger Bezirk, هرم (haram) eine Pyramide.
ع: der Laut, den es im Deutschen nicht gibt
ع (Ain) entsteht an derselben Stelle wie ح, aber mit Stimme. Viele finden es am leichtesten, von ح auszugehen:
- Sprich ein ح und halte die Enge im Hals.
- Lass jetzt die Stimme dazukommen, als würdest du ein langes „aaa“ durch diese Enge drücken.
- Es soll gepresst und tief klingen, nicht wie ein normaler Vokal und nicht wie der Knacklaut.
Das Übungspaar: علم (ʿalam, Fahne) gegen ألم (ʾalam, Schmerz). Ohne ع klingen Wörter wie عين (ʿain, Auge) und عربي (ʿarabi, arabisch) nie richtig.
ص ض ط ظ: die emphatischen Buchstaben
Diese vier haben je einen „leichten“ Partner, den du schon kennst: ص neben س, ض neben د, ط neben ت, ظ neben ذ. Die Zungenspitze macht bei beiden dasselbe. Beim schweren Buchstaben zieht sich zusätzlich der hintere Teil der Zunge nach hinten und oben, der Mund wird hohl, der Klang dunkler.
Am deutlichsten hörst du den Unterschied am Vokal danach: Neben einem emphatischen Buchstaben klingt ein a dunkel, fast wie ein o, neben dem leichten Partner bleibt es hell. Übe mit diesen Paaren:
- سيف (saif, Schwert) und صيف (ṣaif, Sommer)
- تين (tīn, Feigen) und طين (ṭīn, Lehm)
ق: das k tief im Rachen
ك ist ein normales deutsches k. Für ق sagst du „k“ und schiebst die Berührungsstelle der Zunge so weit nach hinten, wie es geht, bis zum Zäpfchen. Der Laut wird tiefer und dunkelt wie die emphatischen Buchstaben den Vokal ab. Das klassische Paar: قلب (qalb, Herz) und كلب (kalb, Hund).
ث und ذ: das englische th
Die beiden kennst du aus dem Englischen: ث wie in „think“, ذ wie in „this“. Die Zungenspitze liegt leicht zwischen den Zähnen. Der häufigste Fehler von Deutschsprachigen ist, daraus ein s oder z zu machen, was im Hocharabischen falsch ist, in vielen Dialekten aber tatsächlich passiert (mehr dazu unten).
Arabisch-deutsches Alphabet: was es im Arabischen nicht gibt
Ein arabisch-deutsches Alphabet geht nicht eins zu eins auf. Einige deutsche Laute haben im arabischen Alphabet keinen eigenen Buchstaben:
- p: gibt es im Hocharabischen nicht. Viele Arabischsprachige sprechen es in Fremdwörtern als b aus.
- v: ebenfalls kein eigener Buchstabe. Fremdwörter werden meist mit ف geschrieben.
- o und e: Das Hocharabische kennt nur die Vokale a, i und u, kurz und lang. O- und e-Färbungen hörst du trotzdem, vor allem in den Dialekten und neben emphatischen Buchstaben, aber sie haben keine eigenen Zeichen.
- ö, ü und das ich-ch: kommen im Arabischen nicht vor.
Umgekehrt hat das Arabische Laute, für die das deutsche Alphabet keine Buchstaben hat: ح, ع, ق, die vier emphatischen Buchstaben und die beiden th-Laute. Deshalb benutzen Umschriften Sonderzeichen wie ḥ, ʿ oder ṣ, und deshalb schreiben Arabischsprachige im Chat Ziffern: 3 für ع, 7 für ح, 2 für den Knacklaut. Die echten arabischen Ziffern sind übrigens noch einmal etwas anderes, mehr dazu in Arabische Zahlen.
Vier Formen und sechs Buchstaben, die nicht verbinden
Arabisch wird verbunden geschrieben, auch gedruckt. Deshalb hat fast jeder Buchstabe vier Formen: allein, am Wortanfang, in der Mitte und am Wortende. Meist ist das dieselbe Grundform mit oder ohne Verbindungsstrich. Beim ب sieht das so aus: ب allein, بـ am Anfang, ـبـ in der Mitte, ـب am Ende. Am stärksten verändert sich ه: ه, هـ, ـهـ, ـه.
Sechs Buchstaben verbinden sich nur mit dem Buchstaben davor, nie mit dem danach: ا د ذ ر ز و. Sie haben deshalb nur zwei Formen, und nach ihnen beginnt der nächste Buchstabe neu, auch mitten im Wort. Das Wort ورد (ward, Rose) besteht nur aus solchen Buchstaben und steht deshalb in drei einzelnen Teilen da. Wenn ein Wort „zerbrochen“ aussieht, steckt fast immer einer dieser sechs dahinter.
Wie schwer der Rest der Sprache ist, haben wir in Ist Arabisch schwer zu lernen? ehrlich aufgeschrieben.
Wie die Dialekte die Buchstaben verändern
Alles oben ist die hocharabische Aussprache, wie in den Nachrichten und im Koran. Im Alltag sprechen die Menschen Dialekt, und dort klingen einige Buchstaben anders.
- ق wird in Kairo, Beirut und Damaskus meist zum Knacklaut: Aus qalb (Herz) wird ʾalb. In weiten Teilen der Golfregion und in beduinisch geprägter Aussprache klingt es oft wie ein hartes g: galb. Marokkanisches Darija behält das q meist.
- ج ist in Kairo ein hartes g wie in „gut“: Aus dschamil (schön) wird gamil. In Beirut und Damaskus hörst du oft ein weiches „sch“ wie im französischen „Journal“.
- ث wird in vielen Dialekten zu t oder s. Die Zahl Drei, hocharabisch thalatha, heißt in Kairo talata.
- ذ wird entsprechend oft zu d oder z. Gold, hocharabisch dhahab, ist in Kairo dahab.
Für dich heißt das: Lerne die Buchstaben mit ihrem hocharabischen Laut, damit du lesen kannst, und sprich dann so, wie dein Dialekt es tut. Wer Ägyptisch lernt, findet mehr dazu in Ägyptisch-Arabisch lernen. Wie ein ganzer Satz in verschiedenen Dialekten klingt, zeigt dir unser Arabisch-Dialekt-Übersetzer. Und die ersten Wörter, mit denen du die neuen Laute gleich anwenden kannst, stehen in Begrüßung auf Arabisch.
Vom Alphabet zum ersten Satz: so geht es am schnellsten
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Häufige Fragen
Wie viele Buchstaben hat das arabische Alphabet?
Das arabische Alphabet hat 28 Buchstaben. Alle sind Konsonanten, drei davon (ا, و, ي) stehen zusätzlich für die langen Vokale a, u und i. Zeichen wie das Hamza ء oder das Ta marbuta ة gehören zur Schrift, zählen aber nicht zu den 28 Buchstaben.
Wie spricht man das arabische ع aus?
ع (Ain) entsteht in der Mitte des Halses: Du verengst den Hals wie für ein gepresstes h und lässt dann die Stimme mitschwingen, als würdest du ein langes „aaa“ hindurchdrücken. Im Deutschen gibt es diesen Laut nicht. Am leichtesten übst du ihn ausgehend von ح und mit Wortpaaren wie علم (ʿalam, Fahne) und ألم (ʾalam, Schmerz).
Gibt es im Arabischen ein P?
Nein, das Hocharabische hat keinen Buchstaben für p, und auch v fehlt. Viele Arabischsprachige sprechen ein p in Fremdwörtern als b aus. Umgekehrt hat das Arabische Laute wie ع, ح und ق, die es im Deutschen nicht gibt.
Warum hat jeder arabische Buchstabe mehrere Formen?
Arabisch wird immer verbunden geschrieben, deshalb ändert sich die Form je nachdem, ob ein Buchstabe allein, am Anfang, in der Mitte oder am Ende eines Wortes steht. Meist ist es dieselbe Grundform mit oder ohne Verbindungsstrich. Die sechs Buchstaben ا د ذ ر ز و verbinden sich nicht mit dem folgenden Buchstaben und haben nur zwei Formen.
Hör auf, Arabisch zu pauken. Fang an zu sprechen.
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