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Arabisch lesen lernen: vom ersten Buchstaben zu echten Wörtern

Von Fouad El Ajouaoui · · Yallah Speak Logbuch

Kurz gesagt Arabisch lesen lernen dauert keine Jahre: Mit 20 bis 30 Minuten täglich erkennst du nach einer Woche alle 28 Buchstaben und liest nach drei bis vier Wochen einfache Wörter flüssig. Der Trick ist, die Buchstaben in Gruppen gleicher Grundform zu lernen (ب ت ث unterscheiden sich nur durch Punkte), von Anfang an echte Wörter zu lesen und zuerst mit Vokalzeichen zu üben, bevor du Texte ohne sie liest.

Die arabische Schrift sieht beim ersten Blick wie eine geschlossene Tür aus: Die Buchstaben fließen ineinander, alles läuft von rechts nach links, und dieselbe Form scheint jedes Mal anders auszusehen. Die gute Nachricht: Das Alphabet ist ein kleines, logisches System. Es hat 28 Buchstaben, keine Groß- und Kleinschreibung, und es wird weitgehend so geschrieben, wie es gesprochen wird.

Hier bekommst du alles, was du brauchst, um Arabisch lesen zu lernen: wie die Schrift funktioniert, eine Reihenfolge, in der die Buchstaben schnell sitzen, die Sache mit den fehlenden Vokalen, einen Plan für vier Wochen und die typischen Fehler, mit denen sich Anfänger das Leben schwer machen.

Wie die arabische Schrift funktioniert

Fünf Dinge musst du wissen, bevor du den ersten Buchstaben lernst. Wer sie überspringt, wundert sich später über Dinge, die eigentlich ganz einfach sind.

Arabisch lesen lernen in Buchstabengruppen

Der schnellste Weg ist nicht die Reihenfolge des Alphabets, sondern die nach Formen. Viele Buchstaben teilen sich ein Grundgerüst und unterscheiden sich nur durch Punkte. Lerne sie als Familie, und du hast mit einer Form gleich zwei oder drei Buchstaben.

Ein Tipp für Deutschsprachige: Die Laute hinter خ (ch wie in „Bach“) und dem Knacklaut Hamza kennst du schon aus dem Deutschen. Neu sind vor allem ع, ح, ق und die emphatischen Buchstaben. Beim Lesen musst du sie erst einmal nur erkennen; die Aussprache kommt mit dem Sprechen.

Die Vokale: das eigentliche Rätsel

Die meisten Anfänger lernen die Buchstaben und stolpern dann über ein Wort wie كتب. Drei Buchstaben, k-t-b, aber wie spricht man das? Je nach Vokalen heißt es kataba (er schrieb) oder kutub (Bücher). Die Vokale stehen nicht da.

Dafür gibt es drei kleine Zeichen, die in Lernbüchern, Kinderbüchern und im Koran gesetzt werden:

Dazu kommen zwei Zeichen, die du früh kennen solltest: das Sukun (ein kleiner Kreis), das „hier kein Vokal“ bedeutet, und die Shadda (ein kleines w-förmiges Zeichen), die einen Konsonanten verdoppelt. Die langen Vokale werden dagegen immer geschrieben: ا für langes a, و für langes u, ي für langes i.

Unser Rat: Lies in den ersten Wochen nur Texte mit Vokalzeichen. Danach nimmst du nach und nach Texte ohne. Wie gut das klappt, hängt vor allem an deinem Wortschatz. Wer ein Wort kennt, liest es auch ohne Vokale, so wie du „Bckr“ an einer Ladentür als „Bäcker“ liest.

Lesen geht schneller, wenn du die Wörter schon gehört hast. Wer ein Wort einmal gesprochen hat, erkennt es auch ohne Vokalzeichen. Der Kurs in Yallah Speak beginnt beim Alphabet und verbindet jedes Wort mit seiner Aussprache in deinem Dialekt. Kostenlos ausprobieren.

Zwei Regeln, die dir beim ersten Lesen begegnen

Der Artikel al- und die Sonnenbuchstaben

Der bestimmte Artikel ist ال (al-) und wird vorne an das Wort gehängt. Bei manchen Buchstaben verschmilzt das l mit dem folgenden Laut: الشمس (die Sonne) schreibt man mit l, spricht aber „asch-schams“. Bei anderen bleibt es hörbar: القمر (der Mond) ist „al-qamar“. Daher die Namen Sonnen- und Mondbuchstaben. Du musst die Liste nicht auswendig lernen; nach ein paar Dutzend Wörtern hörst du es.

Das Ta marbuta

Viele weibliche Wörter enden auf ة, ein h mit zwei Punkten. Das ist ein „gebundenes t“ und klingt am Wortende meist wie ein kurzes a: مدرسة (Schule) ist „madrasa“. Vor einem folgenden Wort, etwa in festen Verbindungen, wird es als t gesprochen.

Ein Plan für die ersten vier Wochen

20 bis 30 Minuten am Tag reichen. Wichtiger als die Dauer ist, dass du jeden Tag liest.

  1. Woche 1: alle Buchstaben erkennen. Täglich zwei bis drei Buchstabengruppen aus der Liste oben, jeden Buchstaben einmal von Hand schreiben, und sofort kurze Wörter daraus lesen: باب (bab, Tür), بيت (bait, Haus), كتاب (kitab, Buch).
  2. Woche 2: Vokalzeichen und Silben. Lies Wörter mit Fatha, Kasra und Damma. Nimm Wörter, die du kennst: سلام (salam), مرحبا (marhaba), شكرا (shukran, danke). Wenn du schon ein paar Begrüßungen gelernt hast, wie in unserem Artikel Begrüßung auf Arabisch, lies sie jetzt in arabischer Schrift.
  3. Woche 3: kurze Sätze mit Vokalen. Kinderbücher, Lernbuch-Dialoge, Schilder auf Fotos. Langsam ist in Ordnung. Laut lesen ist Pflicht.
  4. Woche 4: erste Texte ohne Vokale. Kurze Überschriften, Speisekarten, Produktnamen. Rate, was du nicht weißt, und prüf es nach.

Einen Tag-für-Tag-Plan für die erste Woche mit genauer Buchstabenreihenfolge findest du in unserem englischen Guide Arabic alphabet in 7 days.

Lesen für den Koran oder für den Alltag?

Viele, die Arabisch lesen lernen wollen, haben dabei den Koran im Kopf. Für dich gibt es eine gute Nachricht: Der Koran ist immer vollständig mit Vokalzeichen gedruckt, du kannst ihn also lesen, sobald du Buchstaben und Vokalzeichen kennst. Für die korrekte Rezitation kommt danach Tajwid dazu, die Lehre der Aussprache- und Vortragsregeln. Mehr dazu in unserem englischen Guide Arabic for Muslims.

Wer Arabisch für den Alltag lesen will, also Nachrichten, Schilder, Speisekarten, muss früher oder später ohne Vokalzeichen lesen. Und hier zeigt sich: Lesen lernt man nicht nur über die Schrift, sondern über den Wortschatz. Je mehr Wörter du gehört und gesprochen hast, desto leichter erkennst du sie ohne Vokale.

Ein Hinweis zu den Dialekten: Arabische Dialekte werden mit denselben Buchstaben geschrieben, aber im Chat schreiben viele Arabischsprachige auch mit lateinischen Buchstaben und Ziffern. Die 3 steht dann für ع, die 7 für ح, die 2 für den Knacklaut. Wenn dir also jemand „sabah el 5air“ oder „7abibi“ schreibt, weißt du jetzt, warum.

Typische Fehler beim Arabisch lesen lernen

Wenn du dich fragst, wie viel Aufwand der Rest der Sprache bedeutet, lies Ist Arabisch schwer zu lernen?. Die Kurzfassung: Die Schrift ist einer der leichteren Teile. Den Gesamtfahrplan vom ersten Buchstaben bis zum ersten Gespräch findest du in unserem Leitfaden Arabisch lernen für Anfänger.

Vom ersten Buchstaben zum ersten Gespräch

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Häufige Fragen

Wie lange dauert es, Arabisch lesen zu lernen?

Mit 20 bis 30 Minuten täglich erkennst du nach etwa einer Woche alle Buchstaben und liest nach drei bis vier Wochen einfache Wörter mit Vokalzeichen. Texte ohne Vokalzeichen liest du flüssig, sobald dein Wortschatz wächst.

Kann man Arabisch selbst lesen lernen?

Ja. Das Alphabet ist mit 28 Buchstaben überschaubar und weitgehend lautgetreu. Lerne die Buchstaben in Formgruppen, lies von Anfang an echte Wörter laut und nimm Material mit Vokalzeichen und Audio, damit du Schrift und Klang verbindest.

Warum fehlen im Arabischen die Vokale?

Arabisch schreibt nur Konsonanten und lange Vokale. Kurze Vokale stehen als kleine Zeichen über oder unter den Buchstaben und werden im Alltag weggelassen, weil geübte Leser die Wörter kennen. In Lernbüchern und im Koran werden sie immer gesetzt.

Ist Arabisch lesen schwer?

Lesen ist einer der leichteren Teile des Arabischen. Die Schrift wirkt fremd, folgt aber festen Regeln. Schwer wird es erst ohne Vokalzeichen, und das hängt vor allem davon ab, wie viele Wörter du schon kennst.

Hör auf, Arabisch zu pauken. Fang an zu sprechen.

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